Dispo umschulden: So sparen Sie Zinsen und kommen raus aus dem Minus

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Von der Redaktion Kredit2026 · Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2026 · Lesezeit ca. 18 Minuten

Der Dispo ist bequem, aber teuer: Zinsen im zweistelligen Bereich, variabel, ohne Laufzeit und ohne Tilgung. Wer dauerhaft im Minus ist, zahlt Monat für Monat Zinsen, ohne dass die Schuld sinkt. Dieser Ratgeber zeigt mit Rechenbeispielen, wie teuer der Dispo wirklich ist, wann sich die Umschuldung in einen Ratenkredit lohnt, welche Rechte Sie haben und wie Sie verhindern, dass Sie nach der Umschuldung wieder ins Minus rutschen.

Kurz erklärt: Dauerhafter Dispo kostet bei 12 % Zins auf 5.000 Euro rund 600 Euro im Jahr, ohne dass die Schuld sinkt. Ein Ratenkredit mit fester Tilgung ist meist günstiger und hat ein Ende. Lösen Sie den Dispo vollständig ab und senken Sie danach den Rahmen.

Was kostet der Dispo wirklich? Das Grundproblem

Der Dispokredit ist bequem: Sie überziehen Ihr Girokonto, ohne einen Antrag zu stellen, und müssen nichts vereinbaren. Genau diese Bequemlichkeit macht ihn gefährlich. Die Zinsen liegen bei den meisten Banken im zweistelligen Prozentbereich, sie sind variabel, und der Dispo hat weder Laufzeit noch Tilgungsplan. Wer dauerhaft im Minus ist, zahlt jeden Monat Zinsen, ohne dass die Schuld kleiner wird. Eine Umschuldung des Dispos in einen Ratenkredit mit fester Tilgung ist deshalb oft die schnellste Möglichkeit, bares Geld zu sparen.

Dieser Ratgeber erklärt, wie viel der Dispo kostet, wann sich eine Umschuldung lohnt, welche Alternativen es gibt und wie Sie verhindern, dass das Konto nach der Umschuldung wieder ins Minus rutscht.

Die Kostenfalle in Zahlen

Die folgende Tabelle zeigt, wie hoch die jährlichen Zinsen bei dauerhafter Überziehung sind. Die Zinssätze sind angenommene Rechenwerte. Den tatsächlichen Dispozins Ihrer Bank finden Sie im Preisaushang oder auf der Kontoübersicht.

Dauerhafter DispoDispozinsZinsen pro JahrZinsen pro Monat
3.000 €10 %300 €25 €
3.000 €12 %360 €30 €
3.000 €14.000000000000002 %420 €35 €
5.000 €10 %500 €42 €
5.000 €12 %600 €50 €
5.000 €14.000000000000002 %700 €58 €
8.000 €10 %800 €67 €
8.000 €12 %960 €80 €
8.000 €14.000000000000002 %1.120 €93 €

Bei 5.000 Euro Dispo und 12 Prozent Zins zahlen Sie 600 Euro im Jahr, ohne einen Cent zu tilgen. Nach drei Jahren sind das 1.800 Euro, und der Dispo steht noch immer. Das ist Geld, das ein Ratenkredit mit festem Ende sparen kann.

Dispo, geduldete Überziehung und Kreditkarte: die Unterschiede

FormWas es istKosten
DispokreditVereinbarter Überziehungsrahmen auf dem GirokontoHoher, variabler Zins, im Preisaushang genannt
Geduldete ÜberziehungÜberziehung über den Dispo hinaus oder ohne Dispo, von der Bank nur geduldetMeist noch höherer Zins, Bank darf Zahlungen ablehnen
Kreditkarte mit TeilzahlungOffener Betrag wird in Raten zurückgezahltHäufig sehr hoher Zins auf den offenen Betrag
RatenkreditFester Betrag, feste Laufzeit, feste RateMeist deutlich niedriger, siehe Ratenkredit

Ihre Rechte beim Dispo

Das Gesetz schützt Verbraucher bei Überziehungen. Die wichtigsten Regeln im Überblick:

  • Beratungsangebot: Nutzen Sie den Dispo im Durchschnitt der letzten drei Monate zu mehr als 75 Prozent, muss die Bank Ihnen ein Beratungsgespräch zu günstigeren Alternativen anbieten (§ 504a BGB).
  • Information: Banken müssen Dispozinsen und Konditionen im Preisaushang und auf Anfrage nennen und den Dispozins auf dem Kontoauszug oder in der Online-Übersicht ausweisen.
  • Kündigung: Ein unbefristeter Dispo kann von der Bank gekündigt werden, in der Regel mit zwei Monaten Frist. Sie selbst können ihn jederzeit zurückzahlen (§ 500 BGB).
  • Geduldete Überziehung: Wenn eine Bank Ihr Konto über den Rahmen hinaus überziehen lässt, muss sie über Zinssatz und Folgen informieren. Dauert die Überziehung länger als drei Monate und ist sie erheblich, muss sie ein Beratungsgespräch anbieten.

Nutzen Sie dieses Beratungsangebot, aber vergleichen Sie auch bei anderen Anbietern. Hausbanken bieten Ihnen häufig einen Ratenkredit zu höheren Zinsen an, als Direktbanken oder Marktplätze bieten würden.

Wann lohnt sich die Umschuldung des Dispos?

Die Faustregel ist einfach: Wenn Sie den Dispo länger als nur wenige Wochen im Jahr nutzen und der Zinssatz eines Ratenkredits deutlich darunter liegt, lohnt sich der Wechsel. Besonders sinnvoll ist er in diesen Situationen:

  • Sie sind seit mehr als drei Monaten dauerhaft im Minus.
  • Der Dispo ist größer als ein Monatseinkommen.
  • Sie nutzen den Dispo für laufende Kosten statt für Ausnahmen.
  • Ihre Bonität hat sich verbessert, etwa durch einen neuen Job oder abgezahlte Kredite.

Beispielrechnung: Dispo gegen Ratenkredit

Ein Konto ist dauerhaft mit 5.000 € überzogen. Der Dispozins beträgt 12 Prozent. Ein Ratenkredit über 5.000 € mit 24 Monaten und 7 Prozent Sollzins hat eine Rate von 223,86 €.

PostenDispo (dauerhaft)Ratenkredit (24 Monate)
Zinsen im ersten Jahr600 €274 €
Zinsen über 24 Monate1.200 € (Schuld besteht weiter)373 € (Schuld getilgt)
Restschuld nach 24 Monaten5.000 €0 €

Der Unterschied: Im Dispo zahlen Sie in zwei Jahren etwa 1.200 € Zinsen und schulden weiter 5.000 €. Beim Ratenkredit zahlen Sie rund 373 € Zinsen und sind am Ende schuldenfrei. Selbst wenn der Ratenkredit einen höheren Zins hätte als hier angenommen, würde die feste Tilgung dafür sorgen, dass die Schuld kleiner wird.

Fünf Wege aus dem Dispo

  1. Ratenkredit zur Umschuldung: Sie lösen den Dispo mit einem günstigeren Kredit ab und tilgen in festen Raten. Das ist der Standardweg und der wirksamste, siehe Ratenkredit.
  2. Eigene Mittel einsetzen: Wenn Sie Ersparnisse haben, die weniger als der Dispozins bringen, lösen Sie den Dispo teilweise oder ganz damit ab. Behalten Sie eine Reserve.
  3. Kontowechsel: Manche Banken bieten günstigere Dispozinsen oder Konten ohne Dispo. Der Wechsel allein löst die Schuld nicht, kann aber künftige Kosten senken.
  4. Zahlungsplan mit der Bank: Vereinbaren Sie eine Ratentilgung des Dispos, zum Beispiel feste Monatsbeträge, ohne neuen Kredit.
  5. Schuldnerberatung: Wenn der Dispo Teil einer größeren Überschuldung ist, hilft eine kostenlose Schuldnerberatung mehr als ein neuer Kredit.

Dispo ablösen mit dem Rahmenkredit?

Ein Rahmenkredit ist oft günstiger als der Dispo, aber ebenfalls flexibel und variabel verzinst. Er löst das Strukturproblem nicht: Ohne feste Tilgung bleibt die Schuld bestehen. Für die Umschuldung eignet sich daher der klassische Ratenkredit mit fester Laufzeit besser.

Dispo umschulden: Schritt für Schritt

  1. Kontoauszüge prüfen. Ermitteln Sie, wie hoch der Dispo im Durchschnitt der letzten Monate war und wie viel Zinsen Sie zahlen.
  2. Dispozins und Rahmen notieren. Sie finden sie im Preisaushang, im Online-Banking oder im Vertrag.
  3. Betrag festlegen. Lösen Sie den Dispo vollständig ab. Ein Teilbetrag lässt die Kosten weiterlaufen.
  4. Konditionenanfragen stellen. Holen Sie drei Angebote ein, ohne Schufa-Nachteil. Vergleichen Sie effektiven Jahreszins und Gesamtkosten. Siehe Konditionenanfrage.
  5. Antrag stellen. Wählen Sie das beste Angebot, reichen Sie Unterlagen ein und geben Sie als Verwendungszweck die Ablösung des Dispos an.
  6. Dispo ausgleichen. Mit der Auszahlung gleichen Sie das Konto aus. Prüfen Sie, dass der Kontostand wirklich auf Null oder im Plus ist.
  7. Dispo reduzieren. Bitten Sie die Bank, den Rahmen zu senken oder zu streichen.

So verhindern Sie den Rückfall ins Minus

Der größte Fehler nach einer Umschuldung ist, den Dispo erneut zu nutzen. Dann haben Sie zusätzlich zum neuen Kredit wieder Schulden im Minus. Diese Maßnahmen helfen:

  • Dispo senken oder streichen: Ohne Rahmen kann das Konto nicht überzogen werden.
  • Budget aufstellen: Erfassen Sie Einnahmen und Ausgaben und planen Sie einen monatlichen Puffer ein.
  • Notgroschen aufbauen: Schon 500 bis 1.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto verhindern, dass Sie bei der nächsten Autoreparatur wieder ins Minus rutschen.
  • Daueraufträge für Fixkosten: Legen Sie Miete, Strom und Versicherungen auf den Gehaltseingang.
  • Sparautomatik: Ein kleiner Dauerauftrag auf ein getrenntes Konto am Monatsanfang baut Reserve auf.
  • Warnungen einrichten: Nutzen Sie die Kontostand-Benachrichtigung Ihrer Bank.

Budget-Check: Wo geht das Geld hin?

Wer dauerhaft im Dispo ist, hat meist ein strukturelles Problem: Die Ausgaben sind höher als die Einnahmen, oder große Posten fallen unregelmäßig an. Teilen Sie Ausgaben in feste Kosten (Miete, Versicherungen, Raten), variable Kosten (Lebensmittel, Mobilität) und unregelmäßige Kosten (Reparaturen, Geschenke, Jahresbeiträge). Legen Sie für unregelmäßige Kosten monatlich einen Betrag zurück. Prüfen Sie Abos und Verträge und kündigen Sie Unnötiges. Reicht das Einkommen trotzdem nicht, hilft eine Schuldnerberatung bei der Analyse.

Anbieter für die Umschuldung des Dispos

Mit diesen Partnern arbeiten wir zusammen. Es handelt sich nicht um eine Marktübersicht. Details im Werbehinweis.

AnbieterTypGut zu wissenAngebot
1822direktDirektbank der Frankfurter SparkasseOnline-Ratenkredit, nutzbar zur Ablösung von DispoZum Angebot (Werbung)
auxmoneyOnline-KreditmarktplatzAnfrage an mehrere Geldgeber, auch bei durchschnittlicher BonitätZum Angebot (Werbung)
Consors FinanzKonsumentenkredit-Bank (BNP Paribas)Online-Antrag, individuelle KonditionenZum Angebot (Werbung)
CommerzbankFilialbankOnline oder FilialeZum Angebot (Werbung)

Reihenfolge ohne Wertung. Aktuelle Konditionen, effektiver Jahreszins und Bonitätsvorbehalt stehen auf den Seiten der Anbieter.

Typische Fehler bei der Dispo-Umschuldung

  1. Den Dispo nach der Umschuldung weiter nutzen.
  2. Nur die Rate vergleichen und nicht die Gesamtkosten.
  3. Eine zu lange Laufzeit wählen und dadurch den Vorteil verlieren.
  4. Zum erstbesten Angebot der Hausbank greifen.
  5. Mehrere echte Kreditanfragen statt Konditionenanfragen stellen.
  6. Eine Restschuldversicherung unbedacht annehmen.
  7. Die Ursache für das Minus nicht klären.
  8. Auf Anbieter mit Vorkosten hereinfallen.

Glossar

Dispokredit
Vereinbarter Überziehungsrahmen auf dem Girokonto.
Geduldete Überziehung
Überziehung ohne oder über den Dispo hinaus, von der Bank nur geduldet.
Überziehungszins
Zinssatz für die Kontoüberziehung.
Teilzahlung
Rückzahlung eines Kartenumsatzes in Raten zu hohen Zinsen.
Umschuldung
Ablösung bestehender Schulden durch einen neuen Kredit.
Ratenkredit
Darlehen mit fester Rate und Laufzeit.
Konditionenanfrage
Anfrage ohne Schufa-Auswirkung.

Fazit

Wer dauerhaft im Dispo steckt, zahlt viel Geld für nichts. Ein Ratenkredit mit festem Ende ist meist die günstigste und übersichtlichste Lösung. Rechnen Sie die Gesamtkosten, vergleichen Sie per Konditionenanfrage, lösen Sie den Dispo vollständig ab und reduzieren Sie danach den Rahmen. Wenn das Minus ein Dauerzustand ist, klären Sie die Ursache, am besten mit einer kostenlosen Schuldnerberatung. Alle Grundlagen zur Umschuldung finden Sie im Umschuldungs-Ratgeber.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie hoch sind Dispozinsen?

Sie unterscheiden sich je Bank und liegen meist im zweistelligen Prozentbereich. Der aktuelle Satz steht im Preisaushang Ihrer Bank und auf der Kontoübersicht.

Lohnt sich die Umschuldung des Dispos immer?

Wenn Sie den Dispo dauerhaft nutzen und der Zins des Ratenkredits deutlich niedriger ist, ja. Bei nur kurzer Überziehung von wenigen Tagen lohnt sich der Aufwand meist nicht.

Was ist besser: Ratenkredit oder Rahmenkredit?

Für das Ablösen des Dispos ist der Ratenkredit meist besser, weil er feste Tilgung und festen Zins hat. Ein Rahmenkredit ist flexibel, kann aber zur dauerhaften Schuld werden.

Muss ich den Dispo nach der Umschuldung kündigen?

Nicht zwingend, aber sinnvoll ist es, den Rahmen zu reduzieren oder ganz zu streichen, damit Sie nicht erneut ins Minus rutschen.

Darf die Bank den Dispo kündigen?

Ja, bei unbefristeten Dispo in der Regel mit zwei Monaten Frist. Bei erheblichem Zahlungsverzug oder Zahlungsunfähigkeit gelten strengere Regeln.

Was tun, wenn ich den Dispo nicht ablösen kann?

Sprechen Sie mit der Bank über Alternativen und nutzen Sie die kostenlose Schuldnerberatung. Wenden Sie sich bei Zahlungsproblemen früh an eine Beratungsstelle.

Beeinflusst der Dispo meine Schufa?

Die Nutzung eines Dispos wird meist nicht gemeldet, aber Banken sehen ihn in Kontoauszügen und werten häufige Überziehung negativ. Erhebliche Zahlungsstörungen können gemeldet werden.

Gibt es Umschuldung des Dispos trotz negativer Schufa?

Bei seriösen Banken kaum. Misstrauen Sie Angeboten mit Vorkosten. Eine Schuldnerberatung ist der bessere Weg.

Kann ich den Dispo mit einem Kredit der gleichen Bank ablösen?

Ja, Hausbanken bieten das oft an. Vergleichen Sie aber Konditionen anderer Anbieter, weil Hausbanken nicht immer am günstigsten sind.

Wie wirken sich Kreditkartenschulden aus?

Teilzahlungszinsen auf Kreditkarten sind oft ähnlich hoch oder höher als beim Dispo. Eine Umschuldung gemeinsam mit dem Dispo kann sinnvoll sein.

Wie lange sollte die Laufzeit des Umschuldungskredits sein?

So kurz wie möglich bei tragbarer Rate. Eine zu lange Laufzeit erhöht die Gesamtkosten und kann den Vorteil gegenüber dem Dispo mindern.

Was ist ein Konto ohne Dispo?

Ein Girokonto, das keine Überziehung zulässt. Das schützt vor teuren Zinsen, erfordert aber ein Budget, das ohne Überziehung funktioniert.

Quellen und rechtliche Grundlagen

  • BGB §§ 488 ff., 500, 504, 504a (Überziehungsmöglichkeit, Beratungspflicht)
  • Preisangabenverordnung (PAngV)
  • Verbraucherzentralen: Informationen zu Dispozinsen und Alternativen

Hinweis: Eine Kreditaufnahme verpflichtet zur Rückzahlung. Allgemeine Information, keine individuelle Beratung. Rechenbeispiele mit angenommenen Zinssätzen. Angaben ohne Gewähr, Stand Oktober 2026.