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Mehrere Kredite, ein teurer Dispo und dazu eine Kreditkarte mit hohem Zins: Wer so viele Verpflichtungen hat, zahlt oft zu viel und verliert den Überblick. Eine Umschuldung ersetzt teure Kredite durch einen günstigeren und führt alles in einer Rate zusammen. Dieser Ratgeber zeigt mit echten Rechenbeispielen, wann sich der Wechsel lohnt, was die Bank verlangen darf, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen und wo die Fallen liegen.
Was ist eine Umschuldung? Definition und Formen
Bei einer Umschuldung lösen Sie bestehende Kredite vorzeitig ab und ersetzen sie durch einen neuen Kredit. Der neue Kredit hat idealerweise einen niedrigeren Zins, bessere Konditionen oder eine übersichtlichere Struktur. Juristisch ist die Umschuldung kein eigener Vertragstyp: Sie nehmen ein neues Darlehen auf und zahlen mit dem Geld ein altes Darlehen zurück. Dasselbe Verfahren gilt für Dispokredite, Kreditkartenschulden, Ratenkredite und Händlerfinanzierungen. Bei Immobilienfinanzierungen spricht man meist von Anschlussfinanzierung oder Prolongation, siehe unseren Ratgeber zur Anschlussfinanzierung.
Das Ziel ist fast immer eines von drei Dingen: Zinsen sparen, Raten senken oder den Überblick zurückgewinnen. Wer zum Beispiel einen Ratenkredit mit hohem Zins aus einer Zeit schlechterer Bonität hat und inzwischen ein stabiles Einkommen vorweisen kann, bekommt heute häufig bessere Konditionen. Wer mehrere Kredite bei verschiedenen Banken hat, kann sie zu einer Rate bündeln. Wer im Dispo steckt, spart durch einen günstigeren Ratenkredit oft erheblich.
Die wichtigsten Formen der Umschuldung
| Form | Was wird abgelöst? | Typischer Nutzen |
|---|---|---|
| Ratenkredit-Umschuldung | Ein oder mehrere laufende Ratenkredite | Niedrigerer Zins, eine Rate statt mehrerer |
| Dispo-Umschuldung | Überzogenes Girokonto | Deutlich geringere Zinsen, feste Tilgung, siehe Dispo umschulden |
| Kreditkarten-Umschuldung | Kreditkarte mit Teilzahlung | Hohe Teilzahlungszinsen ersetzen |
| Autokredit-Umschuldung | Fahrzeugfinanzierung mit Schlussrate | Schlussrate vermeiden, Zins senken, siehe Autokredit |
| Sammelumschuldung | Mehrere Kredite verschiedener Art | Eine Rate, besserer Überblick |
| Anschlussfinanzierung (Immobilie) | Auslaufende Baufinanzierung | Neue Zinsbindung, siehe Baufinanzierung |
Umschuldung und Ratenkredit: Wo liegt der Unterschied?
Beide beruhen auf einem Verbraucherdarlehen. Der Unterschied liegt im Zweck: Ein normaler Ratenkredit finanziert Neues, die Umschuldung löst Altes ab. Manche Banken bieten spezielle Umschuldungskredite an, bei denen die Auszahlung direkt an den alten Gläubiger geht. Das ist praktisch und verhindert, dass das Geld für etwas anderes ausgegeben wird.
Wann lohnt sich eine Umschuldung?
Eine Umschuldung lohnt sich, wenn die Ersparnis höher ist als die Kosten der Ablösung. Das klingt banal, wird aber häufig falsch gerechnet. Viele schauen nur auf die neue Monatsrate. Entscheidend sind die Gesamtkosten bis zum Ende der Laufzeit: Restzinsen des alten Kredits plus eventuelle Vorfälligkeitsentschädigung gegen Zinsen des neuen Kredits.
Typische Situationen, in denen sich der Wechsel lohnt
- Hoher Altzins: Der alte Kredit wurde vor Jahren bei schlechterer Bonität oder höherem Marktzins abgeschlossen.
- Dispo oder Kreditkarte: Dauerhafte Überziehung kostet im Vergleich zu einem Ratenkredit viel Geld.
- Mehrere kleine Kredite: Gebündelt sinkt der Verwaltungsaufwand, und oft auch der Zins.
- Bessere Bonität: Höheres Einkommen, abgezahlte andere Kredite oder ein unbefristeter Job verbessern die Konditionen.
- Schlussrate steht an: Wer die Schlussrate nicht zahlen kann, löst sie rechtzeitig durch einen neuen Kredit ab.
Wann sich eine Umschuldung nicht lohnt
- Der Kredit läuft nur noch wenige Monate. Die Restzinsen sind klein, die Ablösekosten verhältnismäßig hoch.
- Der neue Zins liegt kaum unter dem alten. Gebühren und Entschädigung fressen die Ersparnis.
- Die neue Laufzeit ist deutlich länger. Die Rate sinkt, die Gesamtkosten steigen.
- Sie nutzen die frei gewordene Liquidität für neue Schulden.
So rechnen Sie nach: Beispiel mit echten Zahlen
Gehen wir von einem Beispiel aus: Sie haben noch 12.000 Euro Restschuld bei einem Ratenkredit mit 11,9 % effektivem Jahreszins und einer Restlaufzeit von 36 Monaten. Ein neues Angebot liegt bei 6,9 % für ebenfalls 36 Monate.
| Posten | Alter Kredit | Neuer Kredit |
|---|---|---|
| Restschuld / Kreditbetrag | 12.000,00 € | 12.000,00 € |
| Zins | 11,9 % | 6,9 % |
| Laufzeit | 36 Monate | 36 Monate |
| Monatliche Rate | 398,00 € | 369,98 € |
| Gesamtkosten (Raten × 36) | 14.327,96 € | 13.319,16 € |
Die Differenz beträgt etwa 1.008,79 €. Dem stehen mögliche Kosten der Ablösung gegenüber. Wenn die Bank die gesetzlich zulässige Höchstentschädigung von einem Prozent der abgelösten Summe verlangt, wären das 120 Euro. Unterm Strich bliebe eine Ersparnis von rund 888,79 €. In diesem Beispiel lohnt sich die Umschuldung klar. Die Rechnung zeigt auch, dass die Ersparnis stark vom Zinsabstand abhängt: Bei nur einem Prozentpunkt Unterschied wäre sie gering.
Break-even: Ab welchem Zinsabstand lohnt es sich?
Als Faustformel gilt: Je kürzer die Restlaufzeit, desto größer muss der Zinsabstand sein, damit sich die Umschuldung rechnet. Bei einem Kredit mit nur zwölf Monaten Restlaufzeit und einer Vorfälligkeitsentschädigung von 0,5 Prozent muss der Zinsvorteil mehr als die Kosten tragen. Bei längeren Restlaufzeiten wirkt jeder Prozentpunkt stärker, weil er über mehr Monate Zinsen spart. Rechnen Sie immer mit der echten Ablösesumme, nicht mit der geschätzten Restschuld, und beziehen Sie Gebühren des neuen Kredits ein.
Die drei häufigsten Rechenfehler
- Raten statt Gesamtkosten vergleichen. Eine niedrigere Rate über längere Zeit kann teurer sein.
- Ablösekosten vergessen. Vorfälligkeitsentschädigung und Gebühren mindern die Ersparnis.
- Zinsvorteil auf die falsche Basis rechnen. Entscheidend ist die verbleibende Restschuld, nicht der ursprüngliche Betrag.
Umschuldung Schritt für Schritt: So gehen Sie vor
Eine Umschuldung ist kein Hexenwerk, aber sie verlangt Ordnung. Wer die Schritte in der richtigen Reihenfolge geht, vermeidet Doppelzahlungen, Fristprobleme und böse Überraschungen.
Schritt 1: Bestandsaufnahme aller Kredite
Legen Sie eine Übersicht an. Für jeden Kredit brauchen Sie: Gläubiger, aktuelle Restschuld, Sollzins und effektiven Jahreszins, monatliche Rate, Restlaufzeit, Kündigungsfrist, Hinweise zu Sondertilgung und Vorfälligkeitsentschädigung sowie mögliche Restschuldversicherungen. Die Zahlen finden Sie im Kreditvertrag und in den Jahresabrechnungen. Bei Dispo und Kreditkarten finden Sie sie auf dem aktuellen Kontoauszug oder in der Abrechnung. Wer eine Schufa-Datenkopie anfordert, sieht dort außerdem alle gemeldeten Kredite und kann prüfen, ob etwas vergessen wurde.
Schritt 2: Ablösesumme anfordern
Fragen Sie bei jeder Bank schriftlich nach der genauen Ablösesumme zu einem konkreten Stichtag. Sie enthält die Restschuld, aufgelaufene Zinsen und gegebenenfalls eine Vorfälligkeitsentschädigung. Lassen Sie sich die Berechnung erklären. Banken sind verpflichtet, die Vorfälligkeitsentschädigung nachvollziehbar zu begründen, wenn sie sie verlangen. Notieren Sie sich den Stichtag, denn die Summe ändert sich täglich geringfügig durch auflaufende Zinsen.
Schritt 3: Angebote für den neuen Kredit einholen
Stellen Sie bei mehreren Anbietern Konditionenanfragen für die Summe aller Ablösebeträge. Fragen Sie ausdrücklich nach Umschuldungsangeboten. So vermeiden Sie echte Kreditanfragen, die in der Schufa sichtbar wären. Vergleichen Sie effektiven Jahreszins, Gesamtkosten und Flexibilität. Prüfen Sie, ob die Bank das Geld direkt an die abzulösenden Gläubiger überweist, was die Abwicklung vereinfacht und Sicherheit schafft.
Schritt 4: Gesamtkosten gegenüberstellen
Rechnen Sie, wie im Beispiel oben gezeigt: Restzinsen alt plus Ablösekosten gegen Zinsen neu plus Gebühren. Bleibt nach allen Kosten eine spürbare Ersparnis, lohnt sich der Wechsel. Bleibt sie klein, ist es oft sinnvoller, den Kredit weiterlaufen zu lassen und stattdessen Sondertilgungen zu leisten.
Schritt 5: Neuen Kredit beantragen
Stellen Sie erst jetzt den eigentlichen Antrag. Halten Sie Personalausweis, Gehaltsnachweise, Kontoauszüge und die Ablösebestätigungen bereit. Weisen Sie im Antrag darauf hin, dass es sich um eine Umschuldung handelt, und geben Sie die Ablösebeträge an. Prüfen Sie den Vertrag auf Zusatzprodukte, vor allem auf eine voreingestellte Restschuldversicherung.
Schritt 6: Alte Kredite kündigen und ablösen
Kündigen Sie die Altkredite erst, wenn der neue Kredit zugesagt ist. Verwenden Sie dafür den Weg, den die Bank vorgibt, meist schriftlich oder über das Online-Banking. Bei Verbraucherdarlehen dürfen Sie jederzeit vorzeitig zurückzahlen, die Bank verlangt keine feste Kündigungsfrist, kann aber eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnen. Zahlen Sie den neuen Kreditbetrag zweckgerichtet an die alten Gläubiger oder lassen Sie ihn von der neuen Bank direkt überweisen.
Schritt 7: Ablösung bestätigen lassen
Verlangen Sie von jedem abgelösten Gläubiger eine schriftliche Bestätigung, dass der Kredit vollständig getilgt und der Vertrag beendet ist. Dazu gehört auch, dass die Schufa-Meldung als erledigt vermerkt wird. Bewahren Sie die Unterlagen auf. Bei Restschuldversicherungen fragen Sie nach der Rückerstattung anteiliger Beiträge, die oft bei vorzeitiger Ablösung zusteht.
Schritt 8: Dispo und Kreditkarte stilllegen
Der wichtigste Schritt für den Erfolg wird oft vergessen: Wer den Dispo ablöst, sollte ihn danach nicht erneut nutzen. Bitten Sie die Bank, den Dispo zu reduzieren oder zu streichen, und reduzieren Sie das Kreditkartenlimit, wenn Sie in der Vergangenheit Schulden darüber gemacht haben. Sonst entsteht nach der Umschuldung eine neue Verschuldung zusätzlich zum neuen Kredit.
Vorfälligkeitsentschädigung: Was darf die Bank verlangen?
Wenn Sie einen Kredit vorzeitig zurückzahlen, entgeht der Bank Zinsertrag. Dafür darf sie unter bestimmten Voraussetzungen eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Der Gesetzgeber hat diese Entschädigung bei allgemeinen Verbraucherdarlehen, also bei normalen Ratenkrediten, begrenzt (§ 502 BGB). Eine ausführliche Darstellung finden Sie im Ratgeber Vorfälligkeitsentschädigung.
Die gesetzlichen Grenzen bei Ratenkrediten
- Die Entschädigung darf höchstens ein Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags betragen.
- Beträgt die Restlaufzeit höchstens zwölf Monate, sind es höchstens 0,5 Prozent.
- Die Entschädigung darf außerdem nicht höher sein als der Betrag der Sollzinsen, die Sie in der Zeit zwischen vorzeitiger und vereinbarter Rückzahlung gezahlt hätten.
- Sie entfällt, wenn die Rückzahlung aus einer Restschuldversicherung erfolgt, wenn der Vertrag keine Angaben zu Laufzeit, Kündigungsrecht oder effektivem Jahreszins enthält oder wenn die Bank die Vorfälligkeitsentschädigung im Vertrag nicht angekündigt hat.
Beispiele für die Höhe
| Restschuld | Restlaufzeit | Höchstgrenze | Betrag |
|---|---|---|---|
| 5.000 € | 24 Monate | 1 % | 50,00 € |
| 12.000 € | 36 Monate | 1 % | 120,00 € |
| 12.000 € | 10 Monate | 0,5 % | 60,00 € |
| 25.000 € | 48 Monate | 1 % | 250,00 € |
Viele Banken verzichten ganz auf eine Entschädigung. Fragen Sie vor Vertragsabschluss nach. Bei neuen Verträgen lohnt sich die Frage, weil sie bei späterer Umschuldung bares Geld spart.
Wichtig: Immobilienkredite sind anders geregelt
Die Begrenzung auf ein Prozent gilt für allgemeine Verbraucherdarlehen. Bei Immobiliardarlehen, also Baufinanzierungen mit Grundschuld, berechnet sich die Vorfälligkeitsentschädigung nach dem tatsächlichen Zinsschaden der Bank und kann deutlich höher sein. Allerdings haben Darlehensnehmer ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht: Wer ein Immobiliardarlehen mit fester Zinsbindung hat, kann es nach Ablauf von zehn Jahren nach vollständigem Empfang mit einer Frist von sechs Monaten kündigen (§ 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB), ohne Entschädigung. Mehr dazu im Ratgeber Baufinanzierung und Anschlussfinanzierung.
Dispo und Kreditkarte umschulden: Der größte Hebel
Dispokredite und Kreditkarten mit Teilzahlung sind bei den meisten Anbietern die teuersten Verbraucherkredite. Die Zinssätze liegen häufig im zweistelligen Prozentbereich, während ein Ratenkredit bei guter Bonität meist deutlich günstiger ist. Wer dauerhaft im Minus ist, zahlt jeden Monat Zinsen, ohne den Schuldenstand zu senken. Das ist der klassische Fall für eine Umschuldung.
Rechenbeispiel Dispo
Angenommen, Ihr Konto ist dauerhaft mit 4.000 Euro überzogen. Bei 12 Prozent Dispozins sind das 480 Euro Zinsen pro Jahr, ohne dass die Schuld sinkt. Ein Ratenkredit über 4.000 Euro, Laufzeit 24 Monate, Zins 7 Prozent, hat eine Rate von 179,09 € und Gesamtzinsen von 298,17 €. Nach 24 Monaten ist die Schuld getilgt. Im Dispo wären im selben Zeitraum rund 960 Euro Zinsen angefallen, und die Schuld wäre noch da. Mehr Details im Ratgeber Dispo umschulden.
Worauf Sie bei der Dispo-Umschuldung achten sollten
- Lösen Sie den Dispo vollständig ab und reduzieren Sie den Dispo-Rahmen, um Rückfall zu vermeiden.
- Wählen Sie eine Rate, die Sie sicher tragen können, aber nicht zu lang laufen lässt.
- Schließen Sie den neuen Kredit nicht bei der Bank ab, bei der Sie im Dispo sind, ohne Konditionen zu vergleichen. Hausbanken verlangen oft mehr.
- Nutzen Sie die Chance, Ihr Girokonto zu prüfen: Gebühren, Dispozins und Alternativen wie ein Konto ohne Dispo.
Mehrere Kredite zu einem bündeln
Wer mehrere kleinere Kredite bedient, verliert leicht den Überblick. Unterschiedliche Fälligkeiten, mehrere Banken und verschiedene Zinssätze machen die Budgetplanung schwierig. Ein einzelner größerer Kredit löst dieses Problem. Die Umschuldung zu einem Kredit kann zusätzlich Zinsen sparen, wenn der neue Kredit günstiger ist als der Durchschnitt der alten.
Vorsicht bei der Laufzeit
Wenn Sie mehrere Kredite bündeln, sinkt häufig die monatliche Gesamtrate, weil die neue Laufzeit länger ist. Das entlastet kurzfristig, kann aber insgesamt teurer sein. Prüfen Sie deshalb, ob Sie die Rate bewusst niedrig halten wollen, oder ob Sie lieber die alte Gesamtrate beibehalten und den Kredit schneller tilgen. Die zweite Variante spart Zinsen. Sie funktioniert, wenn Ihr Budget es hergibt.
Wann Bündeln nicht sinnvoll ist
Wenn einer der Altkredite einen sehr niedrigen Zins hat, etwa einen Förderkredit oder eine zinslose Händlerfinanzierung, sollten Sie diesen nicht mit ablösen. Behalten Sie günstige Kredite und lösen Sie nur die teuren ab. Das optimiert die Gesamtkosten.
Umschuldung bei schlechter Bonität oder negativer Schufa
Gerade wer Probleme mit Zahlungen hatte, sucht oft eine Umschuldung. Hier ist Ehrlichkeit wichtig: Eine Umschuldung setzt voraus, dass eine Bank Ihnen einen neuen Kredit gibt. Genau das ist bei negativen Schufa-Merkmalen schwierig, weil seriöse Banken bei harten Negativmerkmalen wie Inkasso, Kündigung des Kredits, eidesstattlicher Versicherung oder Insolvenz in aller Regel ablehnen. Die Verbraucherzentralen warnen seit Jahren vor Angeboten, die das Gegenteil versprechen.
Was bei leichter Bonitätsschwäche möglich ist
Nicht jede Schwäche ist ein Ausschlusskriterium. Wenn Sie zum Beispiel viele laufende Kredite haben, aber pünktlich zahlen, oder ein befristetes Arbeitsverhältnis, kann eine Umschuldung bei der richtigen Bank dennoch klappen. Hilfreich sind in dieser Lage:
- Mitantragsteller: Ein Partner oder Familienmitglied mit guter Bonität kann die Zusagechance erhöhen. Beide haften dann gemeinsam, siehe Kredit zu zweit.
- Kreditmarktplätze: Plattformen fragen mehrere Geldgeber an und bewerten Bonität breiter als manche Banken.
- Kleinere Summe, kürzere Laufzeit: Reduzieren Sie die Umschuldungssumme, indem Sie einzelne Kredite aus eigenen Mitteln ablösen.
- Schufa-Selbstauskunft: Prüfen Sie, ob Einträge falsch oder veraltet sind. Eine Korrektur kann die Bonität spürbar verbessern.
Was bei harten Negativmerkmalen realistisch ist
Bei schweren Zahlungsschwierigkeiten ist ein neuer Kredit selten die Lösung. Hier helfen andere Wege: Verhandeln Sie mit Gläubigern über Ratenzahlung oder Stundung, wenden Sie sich an eine kostenlose Schuldnerberatung und prüfen Sie, ob ein Verbraucherinsolvenzverfahren für Sie sinnvoll ist. Mehr dazu im Ratgeber Kredit nach Privatinsolvenz und im Aufklärungsartikel Kredit ohne Schufa.
Warnung: Abzocke bei Umschuldung und Entschuldung
Wer verschuldet ist, wird häufig Opfer von Betrügern. Besonders verbreitet sind folgende Maschen:
- „Umschuldung ohne Schufa“ mit Vorkosten: Der Anbieter verlangt Gebühren, Versicherungen oder Bearbeitungskosten vor Auszahlung. Das Geld ist weg, ein Kredit kommt nie.
- Kostenpflichtige Entschuldungsfirmen: Unternehmen versprechen, Schulden zu „streichen“ oder zu „verhandeln“, und verlangen hohe Vorauszahlungen. Seriöse Hilfe gibt es kostenlos bei anerkannten Schuldnerberatungsstellen.
- Kredit gegen Auslandsüberweisung: Die Aufforderung, eine „Gebühr“ ins Ausland zu überweisen, ist ein sicheres Betrugszeichen.
- Gefälschte Bankseiten: Betrüger imitieren bekannte Marken, um Daten abzugreifen.
Nach § 655c BGB darf ein Kreditvermittler nur dann eine Vergütung verlangen, wenn der Kredit zustande kommt. Verlangt ein Anbieter vorab Geld, ist das ein deutliches Warnzeichen. Prüfen Sie jeden Anbieter in der Unternehmensdatenbank der BaFin und melden Sie Verdachtsfälle bei Verbraucherzentrale und Polizei.
Anbieter für Ihre Umschuldung
Die folgenden Partner bieten Ratenkredite an, die sich auch zur Umschuldung eignen. Die Auswahl ist keine Marktübersicht. Wir erhalten gegebenenfalls eine Provision, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen. Mehr dazu im Werbehinweis.
| Anbieter | Typ | Gut zu wissen | Angebot |
|---|---|---|---|
| 1822direkt | Direktbank der Frankfurter Sparkasse | Online-Abschluss, Zins nach Bonität | Zum Angebot (Werbung) |
| auxmoney | Online-Kreditmarktplatz | Anfrage an mehrere Geldgeber, auch bei durchschnittlicher Bonität | Zum Angebot (Werbung) |
| Consors Finanz | Konsumentenkredit-Bank (BNP Paribas) | Online-Antrag, individuelle Konditionen | Zum Angebot (Werbung) |
| Commerzbank | Filialbank | Online oder Filiale, für Kontokunden teils einfacher | Zum Angebot (Werbung) |
Hausbank oder neue Bank?
Ihre Hausbank kennt Ihre Kontodaten und kann schnell entscheiden. Das ist ein Vorteil, wenn Ihr Konto geordnet ist. Der Nachteil: Hausbanken bieten nicht immer die günstigsten Konditionen. Wer vergleicht, hat Verhandlungsmacht. Holen Sie zunächst Angebote bei zwei bis drei Direktbanken oder Marktplätzen ein und gehen Sie damit zur Hausbank. Das Konkurrenzangebot verbessert oft das Ergebnis.
Fünf Szenarien: Lohnt sich die Umschuldung?
Die folgenden Beispiele sind fiktiv. Die Zinssätze sind angenommen. Sie zeigen, wie unterschiedlich die Ergebnisse ausfallen können.
| Szenario | Ausgangslage | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1. Hoher Altzins | 12.000 € Rest, 11,9 %, 36 Monate Rest; neu 6,9 % | Ersparnis ca. 1.008,79 € vor Ablösekosten. Lohnt sich. |
| 2. Kurz vor Ende | 2.000 € Rest, 9 %, 4 Monate Rest; neu 6,5 % | Ersparnis nur wenige Euro. Lohnt sich nicht. |
| 3. Dispo | 4.000 € im Dispo bei 12 %; neu 7 %, 24 Monate | Zinsersparnis im ersten Jahr rund 250 €, Schulden werden getilgt. Lohnt sich. |
| 4. Drei Kleinkredite | Drei Kredite à 3.000 € bei 10 %, 12 und 14 % | Bündelung senkt Zins und Aufwand. Lohnt sich bei guter Bonität. |
| 5. Schlussrate | Autokredit mit 8.000 € Schlussrate in 6 Monaten | Umschuldung vermeidet Zahlungsproblem. Gesamtkosten prüfen. |
Szenario 2 im Detail: Warum sich kurze Restlaufzeiten selten lohnen
Bei nur noch vier Monaten Restlaufzeit und kleiner Restschuld bleiben vom Zinsvorteil kaum mehr als einige Euro. Dem stehen unter Umständen Entschädigung und Gebühren gegenüber. Ein neuer Kredit bedeutet außerdem eine neue Schufa-Meldung und Aufwand. Hier ist es meist besser, den Kredit auslaufen zu lassen.
Szenario 5 im Detail: Die Schlussrate
Bei Autokrediten mit Schlussrate ist die Umschuldung häufig ein Rettungsanker. Wenn die Schlussrate fällig wird und Sie sie nicht aus Ersparnissen zahlen können, müssen Sie das Fahrzeug verkaufen, zurückgeben oder die Schlussrate finanzieren. Eine rechtzeitige Umschuldung, möglichst Monate vor dem Fälligkeitstermin, verhindert Zeitdruck. Prüfen Sie dabei, ob der Wert des Fahrzeugs die Restschuld deckt. Mehr dazu im Ratgeber Autokredit und Auto finanzieren oder leasen.
Die 15 häufigsten Fehler bei der Umschuldung
- Nur die neue Rate vergleichen, nicht die Gesamtkosten.
- Vorfälligkeitsentschädigung nicht einrechnen.
- Die Laufzeit ohne Not verlängern.
- Günstige Kredite mit ablösen, die man besser behält.
- Den Dispo nach der Umschuldung weiter nutzen.
- Mehrere echte Kreditanfragen stellen statt Konditionenanfragen.
- Altverträge zu früh kündigen, bevor der neue Kredit zugesagt ist.
- Keine schriftliche Bestätigung der Ablösung verlangen.
- Restschuldversicherung ungeprüft übernehmen.
- Nicht prüfen, ob Beiträge aus alter Restschuldversicherung erstattet werden.
- Auf Vorkosten-Angebote hereinfallen.
- Entschuldungsfirmen Geld zahlen, statt kostenlose Beratung zu nutzen.
- Keine Reserve für Unvorhergesehenes einplanen.
- Die Umschuldung als Dauerlösung für strukturelle Überschuldung sehen.
- Bei Problemen nicht frühzeitig mit der Bank sprechen.
Wie Banken eine Umschuldung bewerten
Für die Bank ist ein Umschuldungsantrag zunächst ein ganz normaler Kreditantrag. Sie prüft Einkommen, Ausgaben, bestehende Verpflichtungen und Schufa-Daten. Bei einer Umschuldung hat sie zusätzlich einen besonderen Blick auf zwei Punkte: Sie fragt, warum Sie umschulden, und sie rechnet, ob die Verpflichtungen nach der Umschuldung tragbar sind.
Haushaltsrechnung vor und nach der Umschuldung
Die Bank berücksichtigt bei einer Umschuldung, dass die abgelösten Kredite wegfallen. Entscheidend ist deshalb die Rate des neuen Kredits im Verhältnis zu Ihrem frei verfügbaren Einkommen. Häufig verbessert sich die Haushaltsrechnung, weil die neue Rate niedriger ist als die Summe der alten. Das erleichtert die Zusage. Umgekehrt gilt: Wenn Sie zusätzlich zur Umschuldung noch Geld für neue Ausgaben leihen wollen, steigt die Summe, und die Bank prüft strenger.
Was Banken über die Gründe für die Umschuldung denken
Wer wegen eines besseren Zinses wechselt, gilt als vernünftig. Wer wegen Zahlungsschwierigkeiten umschuldet, wirkt riskanter. Seien Sie ehrlich, aber sachlich: Erklären Sie, dass Sie Zinsen sparen oder die Übersicht verbessern wollen. Wer plausibel darlegt, dass die Umschuldung die Situation stabilisiert, hat bessere Chancen.
Die Auswirkung auf den Schufa-Score
Eine Umschuldung hat mehrere Effekte auf die Schufa. Kurzfristig erscheinen ein neuer Kredit und die Abmeldung der alten Verträge. Der Score kann sich leicht verändern, weil die Kredithistorie neu geordnet wird. Langfristig wirkt eine geordnete Struktur mit weniger Gläubigern und pünktlichen Raten positiv. Beachten Sie, dass mehrere Kreditanfragen in kurzer Zeit eher schaden. Nutzen Sie deshalb Konditionenanfragen und stellen Sie nur einen echten Antrag.
Restschuldversicherung bei der Umschuldung: Geld zurückholen
Wenn Sie beim alten Kredit eine Restschuldversicherung abgeschlossen haben, wird sie bei vorzeitiger Ablösung des Kredits in der Regel beendet. Dann steht Ihnen häufig eine anteilige Rückerstattung der Beiträge zu, weil Sie die Versicherung für die verbleibende Laufzeit bereits bezahlt haben. Die Rückerstattung ist nicht automatisch garantiert. Fragen Sie schriftlich bei Bank und Versicherer nach, und lassen Sie sich die Berechnung zeigen. In vielen Fällen lohnt sich eine Prüfung durch eine Verbraucherzentrale, wenn Rückerstattungen verweigert werden. Mehr zum Thema im Ratgeber Restschuldversicherung.
Wenn eine Umschuldung nicht reicht: Kostenlose Schuldnerberatung
Nicht jede Schuldenlage lässt sich durch einen günstigeren Kredit lösen. Wer mehrere Monate in Folge Raten nicht zahlen kann, Mahnungen erhält oder Gläubiger drohen, braucht professionelle Hilfe. In Deutschland gibt es dafür anerkannte Schuldnerberatungsstellen, die kostenlos oder zu geringen Kosten arbeiten, zum Beispiel bei Wohlfahrtsverbänden, Kommunen und Verbraucherzentralen.
Was die Schuldnerberatung leistet
- Überblick über Schulden, Einnahmen und Ausgaben schaffen
- Prioritäten setzen, zum Beispiel Miete, Energie und Unterhalt zuerst
- Mit Gläubigern über Ratenzahlung, Stundung oder Vergleich verhandeln
- Pfändungsschutz einrichten, zum Beispiel über ein Pfändungsschutzkonto
- Bei Bedarf das Verbraucherinsolvenzverfahren vorbereiten und begleiten
Das Verbraucherinsolvenzverfahren in Kürze
Wer seine Schulden dauerhaft nicht zahlen kann, hat die Möglichkeit eines Verbraucherinsolvenzverfahrens mit anschließender Restschuldbefreiung. Das Verfahren dauert nach der geltenden Rechtslage in der Regel drei Jahre. In dieser Zeit wird pfändbares Einkommen an einen Treuhänder abgeführt, danach können die restlichen Schulden erlassen werden. Die Folgen für die Kreditwürdigkeit sind spürbar, aber begrenzt. Einzelheiten erklärt der Ratgeber Kredit nach Privatinsolvenz. Lassen Sie sich vor einem solchen Schritt unbedingt beraten.
Wie Sie einen Termin bekommen
Fragen Sie bei Ihrer Kommune, bei Caritas, Diakonie, Arbeiterwohlfahrt oder der Verbraucherzentrale nach einer anerkannten Schuldnerberatungsstelle. Wartezeiten sind möglich. In dringenden Fällen, etwa bei drohender Kontopfändung oder Wohnungsverlust, erhalten Sie oft schneller einen Termin. Bringen Sie Unterlagen mit: Kreditverträge, Mahnungen, Kontoauszüge, Einkommensnachweise und eine Aufstellung Ihrer Ausgaben.
Mit Gläubigern verhandeln: Stundung, Ratenzahlung, Vergleich
Viele Schuldner scheuen den Kontakt mit Gläubigern. Dabei sind Banken oft gesprächsbereit, wenn sie früh informiert werden. Eine schriftliche Anfrage mit konkretem Vorschlag, etwa einer reduzierten Rate für einige Monate, verbessert die Chancen. Wichtig ist, dass Sie nur zusagen, was Sie wirklich zahlen können. Ein gebrochenes Versprechen verschlechtert die Lage.
Typische Vereinbarungen
- Stundung: Die Rate wird für eine bestimmte Zeit ausgesetzt.
- Ratenreduzierung: Die Rate wird gesenkt, die Laufzeit verlängert.
- Vergleich: Ein Teil der Forderung wird erlassen, gegen sofortige Zahlung eines Restbetrags.
Lassen Sie jede Vereinbarung schriftlich bestätigen. Prüfen Sie, ob Gebühren oder Zinsen anfallen, und vergleichen Sie die Lösung mit einer Umschuldung.
Unterlagen für die Umschuldung
| Unterlage | Wofür sie gebraucht wird |
|---|---|
| Personalausweis | Identitätsprüfung |
| Gehaltsnachweise oder Rentenbescheid | Einkommensnachweis |
| Kontoauszüge der letzten Monate | Prüfung von Einnahmen und Ausgaben |
| Kreditverträge der Altkredite | Konditionen und Restlaufzeit |
| Aktuelle Ablösebestätigungen | Genaue Ablösesumme zum Stichtag |
| Kreditkartenabrechnungen, Dispo-Nachweis | Höhe der Überziehungen |
| Steuerbescheide (Selbstständige) | Nachweis der Einkünfte |
Checkliste vor der Umschuldung
- Alle Kredite, Zinsen, Raten und Restlaufzeiten sind aufgelistet.
- Ablösesummen sind schriftlich angefordert.
- Mindestens drei Konditionenanfragen sind verglichen.
- Gesamtkosten alt und neu sind gegenübergestellt.
- Die neue Rate ist auch in schwierigen Monaten tragbar.
- Der Dispo wird nach der Umschuldung nicht erneut genutzt.
- Ich habe keine Vorkosten gezahlt und keine Zusagen unter Druck unterschrieben.
Alternativen zur Umschuldung
Nicht jede Zinsfalle erfordert einen neuen Kredit. Es gibt mehrere Wege, die Kosten bestehender Schulden zu senken. Manche lassen sich mit einer Umschuldung kombinieren.
Sondertilgung statt Umschuldung
Wenn Sie über Rücklagen, Bonuszahlungen oder Steuererstattungen verfügen, kann es günstiger sein, den teuren Kredit teilweise zu tilgen. Jede Sondertilgung reduziert die Restschuld, auf die Zinsen berechnet werden. Ein Beispiel: Ein Kredit über 10.000 Euro mit 9,9 % und 48 Monaten hat eine Rate von 253,15 €. Wird nach zwölf Monaten eine Sondertilgung von 2.000 Euro geleistet, sinkt die Restschuld und damit der Zinsanteil deutlich. Je früher die Sondertilgung erfolgt, desto größer die Wirkung. Prüfen Sie zuvor, ob die Bank Sondertilgungen kostenlos zulässt. Mehr im Ratgeber Sondertilgung.
Laufzeit verkürzen oder Rate erhöhen
Wenn Ihr Einkommen gestiegen ist, können Sie freiwillig mehr zahlen. Viele Banken erlauben es, die Rate zu erhöhen oder die Laufzeit zu verkürzen. Das spart Zinsen, ohne dass ein neuer Kredit nötig ist. Fragen Sie bei Ihrer Bank nach Konditionen und möglichen Gebühren.
Zinsen mit der Bank nachverhandeln
Wenn sich Ihre Bonität verbessert hat, lohnt ein Gespräch mit der Bank. Legen Sie ein günstigeres Angebot vor und fragen Sie nach einer Zinsanpassung. Manche Banken gehen darauf ein, um den Kunden zu halten. Sie haben kein gesetzliches Recht auf Anpassung bei laufendem Festzinsvertrag, aber Nachfragen kostet nichts.
Förderkredite und staatliche Hilfen
Für bestimmte Zwecke gibt es günstigere Alternativen, etwa Förderkredite für Bildung, Modernisierung oder Existenzgründung. Wenn Ihr Kredit für einen solchen Zweck genommen wurde, prüfen Sie, ob eine Umfinanzierung über einen Förderkredit möglich ist.
Umschuldung in besonderen Lebenslagen
Selbstständige und Freiberufler
Selbstständige haben es bei der Umschuldung schwerer, weil Banken Einkommensschwankungen scheuen. Hilfreich sind aktuelle Steuerbescheide, eine betriebswirtschaftliche Auswertung und ein sauberes Konto. Trennen Sie private und betriebliche Verbindlichkeiten. Betriebliche Kredite lösen Sie über einen Firmenkredit ab, nicht über einen privaten Ratenkredit.
Paare und gemeinsame Kredite
Bei gemeinsamen Krediten haften beide Partner für die gesamte Summe. Eine Umschuldung gemeinsam durchzuführen ist sinnvoll, wenn beide Einkommen haben und die Beziehung stabil ist. Bei einer Trennung kann eine Umschuldung helfen, die Verantwortung zu klären: Ein Partner übernimmt den Kredit, der andere wird aus der Haftung entlassen. Das setzt voraus, dass die Bank zustimmt und die übernehmende Person kreditwürdig ist. Mehr im Ratgeber Kredit zu zweit.
Rentner
Wer in Rente ist, hat oft ein stabiles, aber begrenztes Einkommen. Eine Umschuldung kann die monatliche Belastung senken. Banken setzen Altersgrenzen, die sich je nach Anbieter unterscheiden. Eine kürzere Laufzeit und moderate Rate erhöhen die Chancen. Mehr im Ratgeber Kredit für Rentner.
Familien mit Kindern
Familien haben hohe Fixkosten, was die Haushaltsrechnung der Bank belastet. Wenn eine Umschuldung die monatliche Rate senkt, wirkt das für die Bank positiv. Achten Sie darauf, dass die neue Rate auch bei Einkommenseinbußen, etwa durch Elternzeit, tragbar ist.
Zeitplan: Wie lange dauert eine Umschuldung?
Eine Umschuldung dauert in der Regel mehrere Tage bis wenige Wochen. Der Zeitplan hängt davon ab, wie schnell Banken die Ablösesummen nennen und wie zügig der neue Kredit bearbeitet wird.
| Phase | Dauer |
|---|---|
| Bestandsaufnahme und Ablösesummen anfordern | 3 bis 10 Tage |
| Konditionenanfragen und Vergleich | 1 bis 3 Tage |
| Antrag, Legitimation, Vertragsabschluss | 1 bis 5 Tage |
| Auszahlung und Ablösung der Altkredite | 2 bis 7 Tage |
| Bestätigung der Ablösung | 1 bis 3 Wochen |
Planen Sie ausreichend Puffer ein, insbesondere wenn Altkredite zu bestimmten Terminen fällig werden. Zahlen Sie laufende Raten weiter, bis die Ablösung bestätigt ist, damit keine Rückstände entstehen.
Glossar: Begriffe rund um die Umschuldung
- Ablösesumme
- Betrag, der zur vollständigen Rückzahlung eines Kredits zu einem Stichtag nötig ist.
- Anschlussfinanzierung
- Folgefinanzierung einer Immobilie nach Ablauf der Zinsbindung.
- Dispokredit
- Überziehung des Girokontos, meist mit hohem Zins.
- Konditionenanfrage
- Unverbindliche Anfrage zu Kreditbedingungen ohne Schufa-Wirkung.
- Prolongation
- Verlängerung einer Finanzierung bei der bisherigen Bank.
- Restschuld
- Noch nicht getilgter Teil des Kredits.
- Sammelumschuldung
- Zusammenfassung mehrerer Kredite zu einem neuen.
- Sondertilgung
- Zusätzliche Zahlung über die Rate hinaus.
- Stundung
- Aufschub einer fälligen Zahlung.
- Vorfälligkeitsentschädigung
- Entschädigung der Bank bei vorzeitiger Rückzahlung, bei Ratenkrediten gedeckelt.
Fazit: Umschulden mit Rechnung und Disziplin
Eine Umschuldung ist eines der wirksamsten Mittel, um Zinskosten zu senken, wenn sie sauber gerechnet wird. Entscheidend sind die Gesamtkosten, nicht die Monatsrate. Nutzen Sie Konditionenanfragen, holen Sie schriftliche Ablösesummen ein, vermeiden Sie Laufzeitverlängerung ohne Not und nutzen Sie den Dispo danach nicht erneut. Wenn die Schulden zu hoch sind, ist kostenlose Schuldnerberatung der bessere erste Schritt. Grundlagen zum Vergleich finden Sie im Ratenkredit-Ratgeber.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist eine Umschuldung?
Bei einer Umschuldung lösen Sie bestehende Kredite vorzeitig durch einen neuen Kredit ab. Ziel ist meist ein niedrigerer Zins, eine niedrigere Rate oder eine übersichtlichere Struktur mit nur einem Gläubiger.
Wann lohnt sich eine Umschuldung?
Wenn die Zinsersparnis höher ist als die Kosten der Ablösung. Besonders lohnend ist sie bei hohem Altzins, Dispo- und Kreditkartenschulden oder wenn sich Ihre Bonität deutlich verbessert hat. Kurze Restlaufzeiten lohnen selten.
Was kostet eine Umschuldung?
Möglich sind eine Vorfälligkeitsentschädigung an die alte Bank, bei Ratenkrediten höchstens ein Prozent der vorzeitig gezahlten Summe, bei Restlaufzeit unter einem Jahr 0,5 Prozent, sowie Gebühren beim neuen Kredit. Viele Banken verlangen keine Entschädigung.
Darf ich einen Ratenkredit jederzeit vorzeitig zurückzahlen?
Ja, § 500 Abs. 2 BGB erlaubt die vorzeitige Rückzahlung bei Verbraucherdarlehen jederzeit. Die Bank darf aber unter den Voraussetzungen des § 502 BGB eine begrenzte Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.
Wie viel Vorfälligkeitsentschädigung darf die Bank verlangen?
Bei allgemeinen Verbraucherdarlehen höchstens ein Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags, bei einer Restlaufzeit von höchstens zwölf Monaten höchstens 0,5 Prozent. Bei Immobilienkrediten gelten andere Regeln.
Kann ich meinen Dispo umschulden?
Ja. Ein Ratenkredit ist in aller Regel deutlich günstiger als der Dispo. Wichtig ist, den Dispo danach nicht erneut zu nutzen und den Rahmen zu reduzieren.
Kann ich mehrere Kredite zu einem zusammenfassen?
Ja. Eine Sammelumschuldung bündelt mehrere Kredite zu einem. Sie kann Zinsen sparen und den Überblick verbessern. Achten Sie auf die Laufzeit, denn längere Laufzeiten verteuern den Kredit insgesamt.
Gibt es eine Umschuldung trotz negativer Schufa?
Bei seriösen Banken ist sie bei harten Negativmerkmalen kaum möglich. Seien Sie vorsichtig bei Angeboten mit Vorkosten oder Garantien. Eine kostenlose Schuldnerberatung ist der bessere Weg.
Wie wirkt sich eine Umschuldung auf die Schufa aus?
Ein neuer Kredit und die Ablösung alter Kredite erscheinen in der Schufa. Mehrere echte Kreditanfragen können den Score belasten. Nutzen Sie daher Konditionenanfragen. Eine geordnete Struktur mit pünktlichen Raten wirkt langfristig positiv.
Muss ich die alten Kredite selbst kündigen?
Häufig ja, nach Zusage des neuen Kredits. Viele Banken überweisen den Betrag direkt an die alten Gläubiger. Lassen Sie sich die Ablösung schriftlich bestätigen.
Bekomme ich Beiträge der Restschuldversicherung zurück?
Bei vorzeitiger Ablösung steht Ihnen häufig eine anteilige Rückerstattung zu. Fragen Sie schriftlich bei Bank und Versicherer nach.
Wie lange dauert eine Umschuldung?
In der Regel einige Tage bis wenige Wochen. Entscheidend ist, wie schnell die alten Banken die Ablösesummen nennen und der neue Kredit bearbeitet wird.
Kann ich die Umschuldung zu zweit machen?
Ja. Bei einem gemeinsamen Antrag haften beide Partner für den gesamten Betrag. Das kann Zins und Zusagechance verbessern, birgt aber Risiken bei Trennung.
Sind Umschuldungskredite günstiger als normale Ratenkredite?
Nicht grundsätzlich. Die Konditionen hängen von Bonität, Betrag und Laufzeit ab. Bei manchen Anbietern gibt es Umschuldungsaktionen, vergleichen Sie diese mit dem Zins des normalen Ratenkredits.
Was ist besser: Sondertilgung oder Umschuldung?
Sondertilgung ist günstig, wenn Sie eigene Mittel haben und der Kredit sie erlaubt. Eine Umschuldung lohnt, wenn der Zins deutlich sinkt. Beides lässt sich kombinieren.
Muss ich beim neuen Kredit eine Restschuldversicherung abschließen?
Nein, sie ist freiwillig. Prüfen Sie, ob sie vorausgewählt ist, und lehnen Sie sie ab, wenn Sie sie nicht brauchen.
Wann sollte ich eine Schuldnerberatung aufsuchen?
Sobald Sie Raten nicht mehr zahlen können, Mahnungen erhalten oder Gläubiger drohen. Die Beratung ist bei anerkannten Stellen kostenlos oder günstig.
Woran erkenne ich Betrug bei Umschuldungsangeboten?
An Vorkosten, Garantien, Kontakt über Messenger, Zeitdruck und Zahlungen ins Ausland. Prüfen Sie den Anbieter bei der BaFin und lehnen Sie Angebote ab, die vorab Geld verlangen.
Wie rechne ich nach, ob sich die Umschuldung lohnt?
Stellen Sie die Restzinsen des alten Kredits plus Entschädigung den Zinsen des neuen Kredits plus Gebühren gegenüber. Bleibt eine spürbare Ersparnis, lohnt sich der Wechsel.
Kann ich eine Baufinanzierung umschulden?
Ja, bei Immobilienkrediten spricht man von Umschuldung oder Anschlussfinanzierung. Nach zehn Jahren haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Vorher kann eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig werden.
Was passiert mit der Schufa nach der Ablösung?
Die Bank meldet die Erledigung des Kredits an die Schufa. Lassen Sie sich die Ablösung bestätigen und prüfen Sie nach einigen Wochen Ihre Schufa-Datenkopie.
Quellen und rechtliche Grundlagen
- BGB §§ 488 ff., 489, 491 ff., 495, 497, 498, 500, 502, 655c
- Preisangabenverordnung (PAngV)
- Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): Unternehmensdatenbank, Verbraucherwarnungen
- Insolvenzordnung (InsO) zur Restschuldbefreiung
- Informationen der Verbraucherzentralen zu Vorfälligkeitsentschädigung und Restschuldversicherung
