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Der effektive Jahreszins ist die wichtigste Zahl beim Kreditvergleich, und doch verstehen ihn viele falsch. Er zeigt, was ein Kredit pro Jahr wirklich kostet, und macht Angebote vergleichbar. Dieser Ratgeber erklärt, was hineingerechnet wird, was nicht, wie er sich berechnet und warum der beworbene Zins oft nicht Ihrer ist. Mit einem Rechner, der zeigt, wie Gebühren den Zins verteuern.
Was ist der effektive Jahreszins?
Der effektive Jahreszins gibt die jährlichen Gesamtkosten eines Kredits in Prozent des Kreditbetrags an. Er berücksichtigt den Sollzins, die monatliche Zinsverrechnung sowie zwingende Gebühren, die mit dem Kredit verbunden sind. Die Preisangabenverordnung (PAngV) verlangt, dass Kreditgeber ihn in Werbung und Angeboten nennen, damit Verbraucher Kredite vergleichen können. Im Lexikon steht die Kurzdefinition unter Effektiver Jahreszins. Der Sollzins ist dagegen der reine Zinssatz auf die Restschuld.
Rechner: So wirken Gebühren auf den effektiven Jahreszins
Setzen Sie die Gebühr auf 0 Prozent: Dann liegt der effektive Jahreszins nur leicht über dem Sollzins, weil die monatliche Verrechnung eingerechnet ist. Erhöhen Sie die Gebühr auf 2 Prozent, steigt der effektive Jahreszins deutlich. Bei kurzen Laufzeiten wirkt dieselbe Gebühr stärker als bei langen, weil sie sich auf weniger Monate verteilt.
Was im effektiven Jahreszins steckt und was nicht
| Bestandteil | Im effektiven Jahreszins? |
|---|---|
| Sollzins und monatliche Zinsverrechnung | Ja |
| Zwingende Gebühren des Kreditgebers (zum Beispiel Kontoführung für den Kredit, wenn vorgeschrieben) | Ja |
| Vermittlungskosten, die der Kreditnehmer zwingend zahlen muss | Ja, wenn sie Voraussetzung für den Kredit sind |
| Freiwillige Restschuldversicherung | Nein, erhöht aber die Gesamtkosten |
| Zahlungen bei Vertragsverletzung wie Verzugszinsen | Nein |
| Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Rückzahlung | Nein |
Eine freiwillige Restschuldversicherung verteuert den Kredit deutlich, taucht aber im effektiven Jahreszins nicht auf. Prüfen Sie deshalb immer auch den Gesamtbetrag und den Nettodarlehensbetrag.
Warum der beworbene Zins oft nicht Ihrer ist
In der Werbung steht meist ein „ab“-Zinssatz. Nach den gesetzlichen Vorgaben zum repräsentativen Beispiel muss der genannte Zins mindestens zwei Dritteln der Kunden gewährt werden. Ein Drittel zahlt also mehr. Welcher Zins für Sie gilt, hängt von Bonität, Kreditbetrag und Laufzeit ab. Das zeigt nur eine Konditionenanfrage, die Ihren Schufa-Score nicht belastet.
So vergleichen Sie richtig
- Gleiche Eckdaten: gleicher Betrag, gleiche Laufzeit.
- Effektiven Jahreszins und Gesamtbetrag vergleichen.
- Nettodarlehensbetrag prüfen: Wird eine Versicherung mitfinanziert?
- Sondertilgung und vorzeitige Rückzahlung beachten, siehe Sondertilgung.
- Persönliche Angebote einholen, nicht nur Werbezinsen.
Passende Anbieter
| Anbieter | Typ | Angebot |
|---|---|---|
| 1822direkt | Direktbank der Frankfurter Sparkasse | Zum Angebot (Werbung) |
| auxmoney | Online-Kreditmarktplatz | Zum Angebot (Werbung) |
| Consors Finanz | Konsumentenkredit-Bank | Zum Angebot (Werbung) |
Die Berechnung im Überblick
Der effektive Jahreszins ist der Zinssatz, bei dem der Barwert aller Zahlungen des Kreditnehmers dem Barwert des ausgezahlten Betrags entspricht. Praktisch wird er iterativ bestimmt. Für einen Kredit ohne Gebühren mit monatlicher Zinsverrechnung ergibt sich aus dem Sollzins i der effektive Zins als (1 + i/12)¹² − 1. Bei 6,0 % Sollzins sind das rund 6,17 %. Fallen Gebühren an, die vom Auszahlungsbetrag abgezogen werden, steigt er weiter. Die Berechnung nach PAngV folgt einer festgelegten Formel, damit alle Anbieter vergleichbar rechnen.
Glossar
- Effektiver Jahreszins
- Gesamtkosten des Kredits pro Jahr in Prozent.
- Sollzins
- Reiner Zinssatz auf die Restschuld.
- Repräsentatives Beispiel
- Pflichtangabe in der Werbung mit Zins, Betrag und Laufzeit.
- Nettodarlehensbetrag
- Tatsächlich ausgezahlter Betrag.
Fazit
Der effektive Jahreszins ist Ihr wichtigster Vergleichswert, aber nicht der einzige. Prüfen Sie zusätzlich Gesamtbetrag, Zusatzprodukte und Flexibilität. Nutzen Sie Konditionenanfragen für persönliche Zinsen.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und effektivem Jahreszins?
Der Sollzins ist der reine Zinssatz, der effektive Jahreszins enthält zusätzlich zwingende Kosten und die monatliche Verrechnung.
Warum ist der effektive Jahreszins höher?
Wegen der monatlichen Zinsverrechnung und zwingender Gebühren. Er ist nie niedriger als der Sollzins.
Ist die Restschuldversicherung im effektiven Jahreszins?
Nein, wenn sie freiwillig ist. Sie erhöht trotzdem die Gesamtkosten.
Welcher Zins gilt für mich?
Der individuelle Zins hängt von Bonität, Betrag und Laufzeit ab. Eine Konditionenanfrage zeigt ihn.
Muss die Bank den effektiven Jahreszins nennen?
Ja, die Preisangabenverordnung verpflichtet dazu.
Gilt der effektive Jahreszins auch bei Baukrediten?
Ja, auch dort ist er die Vergleichsgröße, allerdings beziehen sich Angaben auf die Zinsbindung.
Quellen und rechtliche Grundlagen
- Preisangabenverordnung (PAngV)
- BGB §§ 491 ff.
- Verbraucherzentralen: Kreditvergleich
